In einer Stellungnahme zur in der Presse im Unterland aktuellen Diskussion über die nicht vorhandene T-DSL-Verfügbarkeit in Nordheim erklärt der Kreisvorsitzende der Jungsozialisten Christian Steg: "Am Beispiel Nordheim zeigt sich wieder einmal, dass die Privatisierung von ehemals staatlichen Unternehmen uns teuer zu stehen kommt.
Die Bundespost als früherer Betreiber des Telefonnetzes in Deutschland war dazu verpflichtet, eine flächendeckende Infrastruktur zu gewährleisten. Die Telekom jedoch hat als privatrechtliches Unternehmen nur noch ein Interesse, und das ist die Gewinnmaximierung. So erreicht sie mit ihrem T-DSL-Netz nur noch 90 Prozent ihrer Kunden, und die restlichen 10 Prozent, die nicht in Ballungsräumen wohnen, gehen leer aus."
In diesem Zusammenhang appelliert Steg an die Stadt Heilbronn und die Landkreiskommunen, von Privatisierungsvorhaben abzusehen: "Privatisierung kann nicht mehr rückgängig gemacht werden. Die kommunale Infrastruktur muss in öffentlicher Hand bleiben. In Großbritannien, wo die Privatisierung öffentlichen Eigentums bereits vorangeschritten ist, zeigt sich, dass zur Effizienzsteigerung bei der Wasser- und Gasversorgung sowie beim Bahnnetz heute nur noch eine äußerst mangelhafte Wartung stattfindet. Zudem sind die Wasserpreise entgegen vorherigen Versprechungen stark angestiegen."
Besonders 'Cross Border Leasing'-Geschäfte seien zu ächten, so Steg: "Hierbei verkaufen deutsche Kommunen ihre Infrastruktur, etwa Kanalnetze oder Veranstaltungshallen, an US-Investoren und pachten dann diese wieder zurück. US-Investoren können für den Kauf ihre Steuerabgaben senken und geben einen Teil dieses Gewinnes den Kommunen, die in Zeiten einer Finanznot dies gut gebrauchen können. Dies ist aber nur sehr kurzfristig gedacht, denn für alle Risiken, die in der Vertragslaufzeit auftreten können, haften die Kommunen in Deutschland, zudem gilt US-Recht. Ein solches Geschäft ist also für die Kommunen ein trojanisches Pferd!"