Als "soziale Ungerechtigkeit" bezeichnet der Juso-Kreisvorsitzende Christian Steg den Beschluss des Heilbronner Kreistages, die Eigenanteile für die Schülerbeförderung um 20 Prozent zu erhöhen. "Jede Schülerin und jeder Schüler sollte dieselbe Chance auf eine gute schulische Bildung haben.
Die Pisa-Studie hat gezeigt, dass aber gerade in Deutschland die soziale Herkunft für die Qualität der Bildung ausschlaggebend ist. Wenn die Fahrtkosten steigen, wird es gerade im ländlichen Raum für viele Familien schwierig, ihre Kinder aufs Gymnasium zu schicken. Und das darf eben nicht sein – insbesondere nach Pisa!"
Besonders geißelt Steg die erstmals erhobenen Beförderungskosten für Eltern behinderter Kinder: "Es ist unglaublich, wie schamlos die Mehrheit des Kreistages bei den schwächsten Gliedern unserer Gesellschaft abkassieren will. Wer behindert ist, hat schon genügend Probleme im Alltag. Kommunalpolitiker, die einem solchen Beschluss zustimmen, handeln jenseits von jeder Moral!"
Für Steg ist der Kreistagsbeschluss nicht hinnehmbar: "Wieder einmal wird bei denjenigen gespart, die keine Lobby haben. Wenn Frau Gurr-Hirsch von der CDU sagt, dass niemandem im Saal eine weitere Belastung der Familien Freude mache, dann soll sie bittesehr auch mal so sozial handeln, wie sie in ihren Sonntagsreden immer spricht. Auf diese Weise Politik zu machen ist nicht glaubwürdig, sondern verlogen!"