Die Jusos Heilbronn folgten einer Einladung des Heilbronner CDU-MdB Thomas Strobl zu einer Diskussion über "Landwirtschaftspolitik". Am Karsamstag traf man sich auf dem Hof des Horkheimer Gemüsebauern Gerhard Happold.
Die Jusos Heilbronn folgten einer Einladung des Heilbronner CDU-MdB Thomas Strobl zu einer Diskussion über "Landwirtschaftspolitik". Am Karsamstag traf man sich auf dem Hof des Horkheimer Gemüsebauern Gerhard Happold.
Nach einer Besichtigung des Hofes setzte man die Auseinandersetzung über Landwirtschaftspolitik, die bereits in Form von Pressemitteilungen voraus gegangen war, im verbalen Austausch fort:
Die 1991 von der EU beschlossenen Richtlinien zur Anwendung von Pflanzenschutzmitteln besagen, dass ab dem Jahr 2003 bestimmte Pflanzenschutzmittel im Obst- und Gemüsebau nicht mehr eingesetzt werden dürfen, worunter auch das Feuerbrand-Bekämpfungsmittel Plantomycin fällt. Doch die Kohl-Regierung versäumte es sieben Jahre lang, diese Richtlinien zu ratifizieren. Erst die rot-grüne Bundesregierung wurde aktiv und hatte nun nur noch einen kurzen zeitlichen Spielraum, um bestimmte Pflanzenschutzmittel zu verbieten.
Da bisher noch kein Ersatzmittel für Plantomycin auf dem Markt ist, stünden die deutschen Bauern nun ohne Schutz vor Feuerbrand da, so Strobl in seinem Angriff auf die rot-grüne Agrarpolitik. "Herr Strobl, und dann kommen Sie und behaupten, dass Rot-Grün an zu kurzen Übergangszeiten schuld sei. Da sagen Sie, dass Rot-Grün die Existenzen der deutschen Bauern gefährde. Das ist verlogen!", so der stellvertretende Juso-Kreisvorsitzende Christian Eheim. "Sie müssen auch dazu sagen, dass es Ihre CDU war, die die Entwicklung eines Ersatzmittels für Plantomycin über sieben lange Jahre blockiert hat."
"Die CDU schürt mit ihrer verlogenen Panikmache unberechtigt Angst unter den Bauern, dabei ist noch genug Zeit vorhanden, um Plantomycin wieder zuzulassen, falls sich herausstellen sollte, dass ein Ersatzmittel nicht rechtzeitig auf dem Markt sein könne", so Christian Steg, Kreisvorsitzender der Jusos. In der Diskussion stellte sich heraus, dass Herr Strobl nicht wusste, ob ein Ersatzmittel für Plantomycin noch nicht entwickelt oder nur noch nicht zugelassen sei.
Als Ente erwies sich Strobls Pressemitteilung vom 25. März, in der zu lesen war: "Denn wo keine blühenden Obstanlagen mehr seien, gehe auch die Artenvielfalt zurück." Kopfschüttelnd die Reaktion von Christian Steg: "Es gehört nicht viel Naturverstand dazu, um zu sehen, dass es in Obstplantagen so gut wie keine Artenvielfalt gibt. Lediglich Wühlmäuse fühlen sich dort wohl, das lernt man in der Schule im Bio-Unterricht."
Christian Steg bedankte sich im Namen der Jusos mit einem fair gehandelten Kaffee aus biologisch-ökologischem Landbau bei Herrn Happold für die Gastfreundschaft und bei MdB Strobl für die Einladung zur Diskussion: "Das ist zwar kein ganzes Pfund Kaffee, dafür können Sie ihn aber besonders genießen, da er umweltschonend angebaut wurde und die Anbauer dafür auch einen fairen Verdienst erhielten."